Heute bin ich nicht mehr das Fremde. Heute ist mir die Welt fremd geworden.

Heute bin ich in einer fremden Welt aufgewacht. Um 9:40 heute als ich aufgewacht bin war ich noch ich selbst. Bis ich die Nachrichten gelesen habe. Dann der Schock. Menschen können nicht mehr in ihr eigenes Land einreisen weil sie einer gewissen Herkunft angehören. Menschen werden in Transit am Flughafen gestoppt. Menschenrechte werden nicht mehr gewährt. Ich habe geweint. Zum ersten Mal habe ich mich für mich und meine Freunde, manche davon Muslime gefürchtet.

Obwohl ich seit 12 Jahren in Österreich lebe, bin ich trotzdem immer noch nicht „angekommen“, so wie die Medien und die Politik uns das vermitteln.

Heute bin ich aufgewacht und zum ersten Mal hatte ich ein neues Gefühl. Nicht mehr als Migrantin sondern als Mensch in einer fremden Welt zu leben. Die Welt ist mir fremd geworden. Was gerade in der USA passiert gibt mir Gänsehaut. Kann dieses fremde Gefühl, das sein, was viele Juden damals zur Hitler’s Zeit tagtäglich empfinden mussten?

Heute haben die Terroristen gewonnen.Heute sind wir gespaltener denn je. Heute wird der ganzen Welt bewiesen, dass die Geschichte sich wiederholen kann. Wir sind nicht mehr dort wo wir mal waren und das was wir uns immer sagen „Oh, das wird nie passieren“ findet gerade statt. Menschen können wegen ihrer Herkunft nicht mehr in die USA einreisen. Muslime werden aus unserer Gesellschaften ausgeschieden. Ich bin keine Muslimin, aber ich fühle mich als Rumänin, für meine Herkunft auch nicht mehr sicher. Denn das was passiert ist nur der Anfang. Für mich hat heute eine neue Welt begonnen. Eine Welt in der die Terroristen jubeln. Denn sie haben uns gespalten. Und das war ihr Ziel. Heute haben sie gewonnen.

Europa ist gespaltener als je zuvor. Österreich, mein Zuhause ist auch Teil davon. Parteien, die ich mal gedacht habe, für Menschenrechte und -würde zu kämpfen, bewegen sich auch mehr und mehr nach rechts. Wieso? Damit sie das schlimmste vermeiden. Dass eine Rechtsradikale Partei an die Macht kommt. Zu dem ist es gekommen.

Christian Kern hat mich überrascht als er Osteuropa zum Sündenbock der Arbeitslosigkeit gemacht hat und Rumänien und Bulgarien ausdrücklich von dem Arbeitsmarkt ausgrenzen will. Van der Bellen meint die Freiheitlichen sollen ihren Akademikerball haben, denn es in ihren Rechten steht… Was hier geschieht ist ein Wandel von links nach rechts. Ein Wandel, dass ich als 35 jährige erleben werde. Dass meine Generation den Beginn einer gespaltenen Welt erleben darf, ist erschreckend. Die Geschichte wiederholt sich und das schneller als ich nachkommen kann. Schneller als ich mich daran gewöhnen kann.

Fremdenfeindlichkeit hat nie einen Job kreiert. Fremdenfeindlichkeit hat nie die Wirtschaft angekurbelt. Fremdenfeindlichkeit hat nur zu Angst und Desasters geführt. Lieber Premier Minister Christian Kern, lieber President Van der Bellen, ich fühle mich nicht mehr willkommen, nicht mehr für meine Zukunft sicher. Danke!

Heute hat das Böse gewonnen und seine Stimme wächst lauter und lauter, weil wir, die Träumenden, uns zu langsam bewegen und uns zu viel Zeit zu reagieren lassen. Zuerst muss das schlimmste geschehen damit endlich das Gute wieder gewinnen kann. Schade. Die Welt verändert sich vor unserer Nase und wir schauen zu. Tagtäglich wenn wir aufwachen und die Nachrichten lesen. Wir schauen zu und fühlen uns machtlos. Parteien wolle ihre Macht haben, Menschen wollen sich sicher fühlen. Eine gefährliche Kombination.

Die Welt ist heute anders geworden.

Heute bin ich nicht mehr das Fremde. Heute ist mir die Welt fremd geworden.

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